Partnerschaftlich fördern

Die SGG unterstützt Institutionen und Projekte, die eine gesamtschweizerische Ausrichtung und Relevanz haben sowie einen hohen Anteil an Freiwilligenarbeit aufweisen. Die SGG ging auch mehrjährige Förderpartnerschaften ein, in denen ein vertiefter inhaltlicher Austausch stattfindet.

Folgende Kriterien sind Voraussetzung für die Unterstützung eines Projekts durch die SGG:

• klar gemeinnütziger Charakter
• Bezug zu den Zielen der SGG und ihrer Projekte
• inhaltliche Nähe zu einem SGG-Projekt
• landesweite oder sprachregionale Dimension
• innovativer Charakter
• breite, längerfristige Wirkung und Mehrwert
• Einbezug freiwilliger Tätigkeit
• Förderung des nationalen Zusammenhalts
• betriebswirtschaftliche Nachhaltigkeit
• Unterstützung durch weitere private Förderorganisationen
• geplante Evaluation

Nicht unterstützt werden folgende Projekte:

• Bau oder Erhalt von Immobilien und deren Infrastruktur
• Aktivitäten im Ausland
• Wiederholung des Gesuchs in ähnlicher Form
• Deckung von regulären Betriebsausgaben
• Existenz von genügend Eigenmitteln (inkl. Fonds)

Für Gesuche wird das Gesuchsformular der SGG verwendet.
Gesuche zur Unterstützung eines gemeinnützigen Projektes können Sie online oder auf dem Postweg einreichen.
Die Gesuche werden laufend bearbeitet. Je nach Höhe des erbetenen Betrags gelangt Ihr vollständiges Gesuchs-Dossier in mehrere Gremien der SGG. Darum kann die Zeit bis zur definitiven Entscheidung bis zu 3 Monate dauern. Die SGG meldet sich jedenfalls von sich aus bei Ihnen.

Folgende Unterlagen sind erforderlich
• vollständig ausgefülltes Gesuchsformular
• alle im Gesuchsformular erwähnten Unterlagen
• Unvollständige Gesuche werden nicht behandelt.
• Die SGG kann Spenden an Bedingungen knüpfen (Spendenzusagen weiterer Organisationen, Mehrinformationen etc.).

Im Falle einer Unterstützung erwartet die SGG
• einen Schlussbericht über das Projekt und den konkreten Einsatz der Mittel
• einen jährlichen Zwischenbericht bei mehrjährigen Unterstützungen

Institutionen und Projekten, welche die Kriterien der SGG nicht erfüllen,
empfehlen wir die Konsultation der Webseite www.stiftungschweiz.ch und des Eidgenössischen Stiftungsverzeichnisses www.edi.admin.ch, wo sie geeignete Stiftungen mit den entsprechenden Stichworten finden können. Institutionen und Projekten mit regionaler Ausrichtung empfehlen wir die Stiftungsverzeichnisse der jeweiligen Kantone. Schliesslich empfehlen wir auch die Möglichkeit von Crowdfunding auf folgenden Webseiten: www.icareforyou.ch,www.wemakeit.com, www.100-Days.net, www.cashare.ch, www.c-crowd.com, www.goheidi.ch,www.miteinander-erfolgreich.ch.

Im 19. und 20. Jahrhundert förderte die SGG landesweit die Volksbildung und die Volksgesundheit. Seit der Jahrtausendwende fördert die SGG vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie das zivilgesellschaftliche und freiwillige Engagement.

Soziale Innovationen anschieben
Die privaten Förderstiftungen in der Schweiz verfügen über ein Vermögen von rund 70 Milliarden Franken und schütten jährlich knapp 2 Milliarden Franken für Projekte der rund 100 000 gemeinnützigen Vereine aus. Auch wenn kaum eine Schweizer Stiftung dank professioneller Grundlagenforschung für Aufsehen sorgt wie etwa in Deutschland die Bertelsmann-Stiftung oder die Studien der Generali, so ermöglichen sie doch sehr oft als Antreiber sozialer Innovationen und als Motoren gesellschaftlicher Veränderungen. Vor allem können sie dank kurzer Entscheidungswege schnell und unbürokratisch Projekte im sozialen, kulturellen, sportlichen oder gesundheitlichen Bereich unterstützen und anschieben.

Geld ausgeben ist an sich einfach. Es aber richtig, sinnvoll und effektiv zu spenden, will gelernt sein. Das wissen auch Laien, wenn im Dezember all die roten Einzahlungsscheine von Hilfswerken ins Haus flattern. In letzter Zeit machte zunehmend eine neue Kaste junger superreicher Spender und Mäzene von sich reden, die den «effektiven Altruismus» nach der Devise propagieren: möglichst viel Geld verdienen und dieses dort spenden, wo es den höchsten Nutzen erzeugt. Das klingt plausibel. Aber würde man konsequent nur nach dem Prinzip der maximalen finanziellen Wirkung spenden, dann dürfte die SGG kaum mehr Spenden innerhalb der Schweiz vergeben. Spenden für Malaria-Medikamente in Afrika oder für Computer an Schulen in Haiti haben wohl immer den höheren Kosten-Nutzen-Faktor als die Unterstützung eines Films oder Festivals in Bern oder Basel zu einem bestimmten sozialen Thema. Das rein ökonomische Kosten-Nutzen-Kalkül kann und darf aber nur eines von vielen Spendenkriterien sein.

Vernetzt unterstützen
Vor einem Jahr berichteten wir, dass die SGG assoziiertes Mitglied von SwissFoundations wurde. Diese Dachorganisation der Förderstiftungen führt regelmässig Weiterbildungen durch, die der Qualität der Fördertätigkeit zu Gute kommt. Die SGG kann bei SwissFoundations in Arbeitskreisen mithelfen, dass Förderstiftungen gezielt bestimmte gesellschaftliche Bereiche und Themen unterstützen wie beispielsweise die Betreuung von fragilen Angehörigen oder von Flüchtlingen.

Fokus auf Bildung und Berufsintegration
Die meisten der von der SGG unterstützten Projekte fördern das freiwillige und zivilgesellschaftliche Engagement sowie die Integration oder Reintegration in die Arbeitswelt. Im Bildungsbereich unterstützte die SGG beispielsweise das Projekt «Wir bilden uns weiter!» von CEVI Schweiz. Jugendverbände leisten einen wichtigen Beitrag für das spätere gesellschaftliche Engagement ihrer Mitglieder. Unterstützt wurde auch die nachhaltige Jugendbildung «konsumGLOBAL » vom Ökozentrum Langenbruck und von «Planet Hort». Freiwilligenarbeit förderte die SGG unter anderem mit der Finanzierung einer Weiterbildung für freiwillige Stellenvermittlerinnen von Pro Filia sowie mit einer Kampagne für Nachbarschaftshilfe von Benevol Thurgau. Unter den Projekten zur Berufsintegration fördert die SGG die «Fondation Nestor Services» im Unterwallis, wo Migranten und Arbeitslose in einem Catering wirken. 

 

Die SGG unterstützt mehrere Flüchtlings- und Asylorganisationen, wohlwissend, wie schwierig das Fundraising in diesem Bereich ist. 
Unter anderem trug die SGG zur Publikation eines Kochbuchs mit Rezepten und Bildern von Flüchtlingen mit. Das multi-kul(t)inarische Buch «Heimat im Kochtopf» ist im Rotpunktverlag erschienen. 
Personell und finanziell engagiert sich die SGG stark für die Plattform «Zivilgesellschaft in Asyl-Bundeszentren» (ZiAB). Zur Plattform gehören Asylorganisationen sowie Einzelpersonen, die als Freiwillige dazu beitragen, dass im Umfeld der neu entstandenen Bundeszentren Hilflosigkeit, Unsicherheit, Aggression und Gewalt in der Bevölkerung und unter den Flüchtlingen möglichst vermieden werden kann. Die Koordinationsstelle, die von der SGG für zwei Jahre finanziert wird, vermittelt zwischen den verschiedenen Gruppierungen vor Ort positive Beispiele.

Die SGG ist im Berichtsjahr drei mehrjährige Förderpartnerschaften eingegangen, in denen ein vertiefter inhaltlicher Austausch stattfindet.

Das Projekt «Innovage» begleitet mit 150 pensionierten Fach- und Führungskräften unentgeltlich über 100 Non-Profit-Projekte. 

Mit dem Projekt «MenCare» unterstützt die SGG eine mehrjährige Sensibilisierungskampagne für das Betreuungs-Engagement von Männern. Ihr Engagement sorgt für eine gerechte Verteilung der Kinder- und Familienarbeit und reduziert die häusliche Gewalt.

Die SGG unterstützt auch das Projekt «Stimme Q». Das «Q» steht für Qualität in der frühkindlichen Bildung. Die Entwicklung in den ersten vier Lebensjahren entscheidet über die Startchancen fürs ganze Leben. In der Schule kann man Defizite oft nicht mehr ausgleichen